Der Markt der Schönheitsoperationen boomt. Aktuellen Statistiken wächst der Markt konstant um jährlich 20 bis 30 %. Lediglich im Jahr 2012 war ein leichter Rückgang von 2,2% zu verzeichnen, der aber als temporär angesehen wird. Allerdings sind die Zahlen nur teils verlässlich, da sie sich auf Auskünfte der Ärzte stützen, die nur teilweise als glaubwürdig angesehen werden können. Dass die Berufsbezeichnung Schönheitschirurg nach wie vor weder in der Schweiz noch in Deutschland und Östtereich gesetzlich geschützt ist, sorgt nicht nur für Probleme bei der statistischen Erhebung. Auch Patienten sind gezwungen, Ärzte und ihre fachlichen Qualifikationen zu überprüfen. Dabei wächst die Zahl der Schönheitsoperationen nicht einheitlich. Vor allem die Anzahl der minimal-invasiven Eingriffe nimmt stetig zu. Gerade Faltenunterspritzungen mit Botox und Hyaliten werden häufiger, langfristige Eingriffe wie Facelifting sind auch deswegen zunehmend weniger gefragt.

Auch in der Schweiz sind Schönheitsoperationen zunehmend beliebter. Ungefähr 50.000 Operationen mit einem Marktvolumen von bis zu 500 Mio. CHF wurden allein im Jahr 2012 durchgeführt. Dabei sind Fettabsaugungen und Lidplastiken die häufigsten Eingriffe, gefolgt von Brustvergrößerungen und Nasenkorrekturen. Nach wie vor suchen Frauen den Weg in eine Schönheitsklinik mit 81 % deutlich häufiger als Männer. Und auch in der Schweiz ist der Anteil der ausgebildeten plastischen und ästhetischen Chirurgen eher gering: 200 Anbieter mit Fachabschluss in der Chirurgie stehen doppelt so viele Ärzte mit anderem oder ohne Facharzttitel gegenüber. Aufgrund des großen Konkurrenzkampfes werden Qualifikation, ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis und hohe Spezialisierung immer wichtiger. Die Vereinigung plastischer Chirurgen -  Acredis rechnet deswegen in den nächsten Jahren mit einer Marktbereinigung, da gerade Zertifikate an Bedeutung für die Wahl des Arztes gewinnen. Außerdem geht sie von weiteren Trends aus: Zum einen wird die Nachfrage nach natürlichen Materialien wie Eigenfett steigen. Zum anderen werden Schönheitsoperationen auch für Männer wichtiger und attraktiver. Zusätzlich wird sich Osteuropa aufgrund des niedrigeren Preisniveaus auch weiterhin eines umfangreichen Schönheitstourismus erfreuen können.