Zahnpflege ist ein ernstes Thema, das leider oft vernachlässigt wird. Eigentlich ist jedem bekannt, dass ein rundum gesunder Körper bei der täglichen Mundhygiene beginnt. Wenn Zähne, Zahnfleisch, Mundraum und Rachen gesund sind, gelangen weniger Erreger in den Körper. Denn im Mund beginnt der Weg zum und durch den Verdauungstrakt, und im Mund gelangen viele Erreger in den Blutkreislauf, der sie letztendlich im ganzen Körper verteilen kann. Mundhygiene und gesunde Zähne und Zahnfleisch sind deshalb so wichtig, weil Entzündungen im Mundraum das Immunsystem schwächen und das Herz angreifen können. Über den Mund wird geatmet, das heißt, dass letztendlich sogar die Gesundheit der Lunge ein bisschen von der Mundhygiene abhängt.  Eigentlich ein erschreckender Gedanke, wenn man sich bewusst macht, dass Menschen im Durchschnitt zwei Minuten morgens und abends der Mundhygiene widmen, nicht mehr.

Wer viel für gesunde Zähne tun will, der sollte sich gesund ernähren. Auch wenn Zahnärzte aufgrund der enthaltenen Fruchtsäuren vor Obst und Gemüse warnen, sind eben diese Lebensmittel doch der Gesundheit dienlich. Denn Fruchtsäure greift nicht nur den Zahnschmelz an, sie sorgt für ein saures Milieu im Mund, das Erregern gar nicht schmeckt. Wer Füllungen trägt, sollte allerdings wirklich vorsichtig sein: Die Säure kann Kunststoffe angreifen und feinste Partikel aus den Füllungen lösen, die über den Verdauungstrakt in den Körper gelangen. Vor allem in der ganzheitlichen Zahnmedizin, die Füllungen aus Kunststoff und Keramik gegenüber den herkömmlichen Amalgamfüllungen bevorzugt, wird daher vor stark säurehaltigen Lebensmitteln, vor alkoholhaltigen Produkten zur Mundpflege und stark fluoridierten Mitteln gewarnt. Wenn man wirklich alles richtig machen will, sind Zahnpflegeprodukte auf pflanzlicher Basis oder solehaltige Pflegemittel besser geeignet. Und das ist gar nicht falsch, denn sowohl Salz als auch viele in Pflanzen enthaltene ätherische Öle wirken tatsächlich antibakteriell und können in der Zahnpflege sinnvoll eingesetzt werden.

Trotzdem - Normales Zähneputzen ist auch in Ordnung. Drei Minuten sind besser als zwei, denn wer gründlich reinigen will, der massiert auch das Zahnfleisch ein bisschen, bürstet die Zunge mit und reinigt mit Interdentalbürstchen die Zahnzwischenräume. Eine Zahnbürste sollte abgerundete Borsten haben, um Verletzungen zu vermeiden, und natürlich darf sie nicht zu weich und nicht zu hart sein. Alle weiteren Extras fallen unter den Punkt Werbewirksamkeit und sind eigentlich Unfug. Und nach dem Essen sollte man natürlich nicht sofort Zähne putzen, sondern wenigstens eine Viertelstunde warten. Säuren im Essen und der mechanische Reiz beim Kauen greifen den Zahnschmelz an, der beim Putzen mit der Bürste dann tatsächlich richtig beschädigt wird. Wenn der Schmelz sich nach den Mahlzeiten kurz erholen kann, bleibt er dauerhaft erhalten und schützt die Zähne – denn das ist seine eigentliche Funktion.

Weiterführende Quellen:
sso.ch
zhk-na.de
gzm.org
verbraucher.org