Wenn es um Kleidung und Mode geht, achtet kaum jemand ausschliesslich auf den Preis - Qualität, Originalität und Nachhaltigkeit sind immer stärker gefragt und wer es sich leisten kann, ist auch bereit, dafür zu zahlen. Doch auch wer aufs Geld achten muss, muss auf Designermode keineswegs verzichten, denn längst hat sich zwischen Haute Couture und Konfektionsware ein Marktsegment mit erschwinglichen Preisen entwickelt, das auch anspruchsvolle Augen zufrieden stellt.

Konfektionsmode, Haute Couture, Prêt-à-porter, Designermode - Nach welchen Kriterien werden diese Begriffe eigentlich definiert? Konfektions- oder Stangenware bezeichnet Kleidung, die primär darauf abzielt, getragen zu werden, ohne dabei notwendigerweise Mode-Statements abzugeben. Sie wird in standardisierten Konfektionsgrößen und in großen Mengen hergestellt, und ist daher zumeist über längere Zeiträume verfügbar. Ihre Herstellung wird häufig in Billiglohnländer verlagert, wobei Nachhaltigkeitgebote und Qualität leider oft zu kurz kommen. Auch die vergleichsweise langen Lieferzeiten können im schnell lebigen Modegeschäft einen Nachteil darstellen, da sie es Anbietern erschweren, zeitnah auf kurzfristige Trends zu reagieren.

Haute Couture ist das genaue Gegenteil zu alldem: maßgeschneiderte Mode für einen exklusiven Kundenkreis, der bereit ist, hohe Summen für Kleidung auszugeben, die unter Umständen gar nicht getragen sondern gesammelt wird. Designer, welche diese Modeart herstellen und sich mit dem Titel "Grand Couturier" schmücken wollen, müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen, die so kostenaufwändig sind, dass das Endprodukt ein Prestigeobjekt, vergleichbar mit in kleiner Stückzahl hergestellten Schmuckstücken. Möbeln oder Automobilen, darstellt - echte Designerstücke also.

Der Raum zwischen diesen Extremen wird von einem Segment eingenommen, was wir als Designermode oder salopp als Markenkleidung bezeichnen. Den oberen Preisbereich nimmt hierbei die so genannte "Couture" ein, welche die Haute Couture auf Modeschauen präsentiert wird. Das Feld darunter wird von dem eingenommen, was der Franzose als "Prêt-à-porter" und der Engländer als "Ready-to-wear" bezeichnet, wobei beide je nach Auslegung auch Konfektionsmode beinhalten können. Der obere Bereich dieser Sparte zielt jedoch nicht auf standardisierte Massenware, sondern versucht Gruppen, beziehungsweise Subkulturen anzusprechen. Beispiele hierfür wären Vivienne Westwood mit ihren gestalterischen Anleihen beim Punk oder Harald Glööckler, der mit barocken Stilelementen aus Strass bekannt wurde.

Gery Weber Edition Wo bekomme ich Designermode möglichst günstig? Zuerst einmal bieten sich hier die mittlerweile recht verbreiteten Outlets an. Wer Zeit und Geduld investiert, wird dort mit Sicherheit das eine oder andere Schnäppchen finden. Wissen sollte man allerdings, das die relativ günstigen Preise ihren Grund darin haben, dass hier unter anderem auch Überproduktionen und Kollektionen aus der Vorsaison (oder noch ältere) verkauft werden. Eine weitere Preisminderung wird häufig dadurch erzielt, dass Outlets auf Standorte in teuren Einkaufsmeilen verzichten und in geräumigen Lagern in preiswerteren Gebieten residieren. Gute Second-Hand-Shops sind eine weitere Anlaufstelle, wo man konkurrenzlos günstige Mode - durchaus auch im gehobenen Preissegment befindlicher Marken - erstehen kann.

Wer partout aktuelle Designermode sein eigen nennen möchte, kommt in der Regel an den entsprechenden Preisen nicht vorbei. Ein pfiffiger Ausweg ist es, sich auf junge Designer zu konzentrieren, die noch nicht so bekannt sind und von denen es in jeder größeren Stadt eine Reihe gibt. Da der Bekanntheitsgrad noch nicht so hoch ist, kann hier oft relativ günstig gekauft werden und unter Umständen echten Entdeckungen a la "Den kannte ich schon, bevor er hip wurde" gemacht werden - ein in interessierten Kreisen nicht zu unterschätzender Nebeneffekt.