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01.09.09, 20:14
| News1
Lena Schneller

"Ruhe bewahren", rät Lena Schneller, Präsidentin Junge FDP

Seit Bekanntwerden des Vertrages und der Reise von Bundesrat Merz nach Libyen tauchen reihum plötzlich sogenannte Experten auf, die behaupten, sie hätten sich in der Situation anders, bzw. besser verhalten. Bereits vor Ablauf der Frist kritisierte man wild darauf los: Besserwisser überall. Jean Ziegler zum Beispiel kritisiert alle ausser sich selber, und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey kehrte im Frühling ohne zählbare Resultate aus Libyen nach Hause.
Die Genfer Polizei führte sich wie ein Elefant im Porzellanlanden auf und ist nun beleidigt, dass man national versucht, die Situation zu schlichten. Es war sicherlich nicht geschickt von Hans-Rudolf Merz, sein Schicksal mit dem der Geiseln zu verbinden.

So hat er sich praktisch zu einer dritten Geisel gemacht. Inwieweit sein Vorgehen aber darüber hinaus sinnvoll war, kann man noch nicht beurteilen – dazu weiss man schlicht und einfach bisher zu wenig. Auf der Basis von Spekulationen und widersprüchlicher Zeitungsmeldungen eine Sachlage zu beurteilen, halte ich für verfehlt. Es ist zudem sehr gut denkbar, dass wir Schweizer mit unserer Aufruhr seit der Unterzeichnung des Vertrages dafür gesorgt haben, dass die Geiseln bis heute nicht zurück sind.
 
Fest steht, dass Bundesrätin Micheline Calmy-Rey es ein Jahr lang nicht geschafft hat, den Konflikt beizulegen und die Geschäftsleute in die Schweiz zurückzuholen. Fest steht auch, dass Libyen gemäss Vertrag bis heute einen Schiedsrichter hätte ernennen sollen – sie haben dies nicht gemacht. Gemäss schriftlicher Zusage hätten auch die Schweizer Geschäftsleute bis heute zurückkommen sollen, auch das ist nicht geschehen. Statt dies zu bemängeln, kritisieren wir lieber unsere eigenen Landsleute – und das quasi prophylaktisch, bevor wir überhaupt alle Tatsachen kennen.
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