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23.08.09, 20:38
| News1

Merz sammelt munter neue Freunde, meint JUSO-Präsident Cédric Wermuth

Lieber Hans-Ruedi, ich gratuliere! Dein grosses Ziel, dass du schon als Bankiervertreter in den Diktaturen Lateinamerikas oder in Apartdheid-Südafrika verfolgt hast, ist endlich Wirklichkeit geworden: Du hast der ganzen Schweiz bewiesen, dass deine politische Zunft ziemlich wenig vom Rechtsstaat hält. Endlich haben wirs schwarz auf weiss: Wenn sich die Wirtschaft einschaltet, dann unterschreiben die bürgerlichen Bundesräte so ziemlich alles, man könnte ja die späteren Verwaltungsratsmandate riskieren.
Was sich Bundesrat Merz mit seinem Ausflug nach Libyen geleistet hat, ist für einen Bundespräsidenten schlicht nicht haltbar. In seinem grossen „Meine Freunde“-Büchlein darf sich nun nach Augusto Pinochet, den Buren-Führern und Rassisten in Südafrika und dem Spinner Achmadinedschad auch Revolutionsführer Ghaddafi eintragen. Und bitte
entschuldigen sie, aber, wenn nicht die Interessen der Wirtschaft massgebend für den „Ausflug“ gewesen wären, sondern wirklich das Schicksal der Geiseln, dann wäre Merz unter Protest in Libyen geblieben, bis die Geiseln mit ihm das Land verlassen hätten.

Ganz abgesehen davon, dass die Schweiz jetzt mit heruntergelassenen Hosen auf dem internationalen Parkett steht und quasi eine Einladung an alle Spinner und Diktatoren verschickt hat, mit dem Titel „Nehmt zwei Schweizer Geiseln, wir unterschreiben im Gegenzug alles“, ganz abgesehen davon, hat Merz mal so kurz sowohl die Hoheit des Kantons Genf, die Arbeit der Kantonspolizei und die Gewaltentrennung diskreditiert.
 
Wäre Merz tatsächlich, wie er in diesen Tag immer wieder versucht zu betonen, der entscheidungsstarke Bundespräsident, dann würde er jetzt die Konsequenzen ziehen: Zurücktreten bitte!
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