"Maurer feiert den zweiten Weltkrieg", schreibt Juso-Präsident Cédric Wermuth
Vor 70 Jahren. Am 5. September 1939, überfiel Hitlerdeutschland Polen und löste damit den zweiten Weltkrieg aus. Während knapp sechs Jahren stand Deutschland mit über 50 Staaten im Krieg – einem Krieg, der 55 Millionen Menschen das Leben kostete. 6 Millionen Juden wurden im Rahmen der „Endlösung“ auf bestialische Weise umgebracht. Das war die grösste Katastrophe der Menschheitsgeschichte.
Man könnte meinen, dieser Tag müsste der Menschheit als schlimmster ihrer Geschichte in unguter Erinnerung geblieben sein. Man könnte meinen, dass an diesem Tag den Opfern des Faschismus gedacht wird und die Parole „Nie wieder Krieg!“ die Fahnenmasten ziert. Das ist eigentlich auch auf der ganzen Welt so. Nur in der Schweiz wird dieser Tag – und damit die Mobilmachung – gefeiert, als handle es sich um einen Kindergeburtstag. Zuletzt vor 20 Jahren gedachten Militär und Bundesrat diesem „denkwürdigen“ Ereignis – damals hagelte es harsche Kritik im In- und Ausland. Nächste Woche will Bundesrat Maurer die Feier wieder durchführen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals von einem Bundesrat etwas Zynischeres und Menschenverachtenderes gesehen zu haben.
Verschiedene Gruppierungen rufen deshalb für den 4. September zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Krieges auf. Diese Menschen verdienen auch 70 Jahre nach ihrem Tod noch unseren grössten Respekt – die nazifreundliche Politik von Teilen des Schweizer Militärs und der Politik nicht.