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31.01.10, 19:20
| News1
Cédric Wermuth

"WEF oder nicht WEF? Nicht WEF, keine Frage", meint Cédric Wermuth, JUSO-Präsident

Heute geht das 40. jährliche Treffen des World Economic Forum, kurz WEF, zu Ende. Das Programm war das übliche: Viel Blabla, noch mehr PR und eine Prise gespielter Selbstkritik. Zum Gähnen. Aber halt, muss ich mir an dieser Stelle regelmässig anhören: Ist es nicht richtig, dass sich die Mächtigen der Welt treffen und über die Probleme der Welt diskutieren? Doch natürlich, antworte ich, aber da liegt ja genau das Problem.
Das WEF existiert seit 40 Jahren. In diesen 40 Jahren ist es zum Symbol dessen geworden, was wir heute das neoliberale Projekt nennen. Die Ziele dieses Projektes widerspiegelt der heutige Zustand unserer Welt am besten: Über eintausend Millionen Menschen sind chronisch unterernährt, 40 Millionen sterben jährlich an Hunger – und das in einer Welt, die täglich Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produzieren könnte. Dafür besitzen jetzt die 10% Reichsten 85% des Gesamtvermögens. Und die Elite dieser 10% trifft sich jedes Jahr in Davos und feiert Party und sich selbst. Das ist das WEF. In seiner 40-jährigen Existenz hat das Forum nicht zur Lösung des Problems beigetragen, dafür viel zur Verschlechterung des Lebens der Mehrheit der Menschen.

Das kommt nicht von ungefähr. Der Geist, der am WEF verbreitet wird, ist seit Jahrzehnten der gleiche: „Mehr Freiheit, weniger Staat." Der Staat das sind in demokratischen Gesellschaften, wir, das Volk. Der Spruch meint also eigentlich: Mehr Freiheit für eine kleine Elite, möglichst wenig Mitsprache der Demokratie. Und das ist das Problem. Das WEF ist nicht die Zusammenkunft einer legitimen Vertretung der Völker dieser Erde und sein Ziel ist auch nicht die Verbesserung der Situation der Mehrheit. Sondern es ist ein Haufen selbst ernannter Masters of the Univers.

Was diese Welt braucht, ist nicht ein 41. WEF, sondern weltweite demokratische Strukturen. Das WEF gehört abgeschafft. Holen wir die Hoffnung nach Davos, holen wir das Forum der Völker, das Weltsozialforum, nach Davos!
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