Der Bundesrat hat zur Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge, allgemein bekannt als „Offroader-Initiative“, Stellung genommen. Grundsätzlich ist es erfreulich, dass die Anliegen des Klimaschutzes aufgenommen werden, jedoch reichen die Massnahmen keineswegs aus, um das 2-Grad-Ziel von Kopenhagen zu erreichen. Der Gegenvorschlag unterscheidet sich in Mittel und Ziel so deutlich von der Initiative, dass die Jungen Grünen diesen eher als nützliche Ergänzung anstatt als Gegenvorschlag sehen.
Der Gegenvorschlag zur Stopp-Offroaderinitiative lautet wie folgt: Im Jahr 2015 soll der Durchschnitt der Emissionen aller in diesem Jahr verkauften Fahrzeuge nur noch 130 Gramm CO2 pro Kilometer betragen. Wird dieser Wert überschritten, sollen Hersteller und Importeure zur Kasse gebeten werden.
Der Bundesrat will im neuen CO2-Gesetz verankern, dass ab 2012 die besten 65 Prozent der neu zugelassenen Personenwagen den Zielwert von 130 g/km erfüllen müssen. Im zweiten Jahr des neuen CO2-Gesetzes sollen die besten 75 Prozent den Wert erfüllen, 2014 die besten 80 Prozent und ab 2015 alle Neuwagen.
Um das Klimaziel von 2-Grad Erwärmung nicht zu überschreiten, müssen die Emissionen im Strassenverkehr um mindestens 80% gesenkt werden bis 2050. Um das zu erreichen, muss der Gegenvorschlag entsprechend erweitert werden.
1. Die Bussen sind zu niedrig. Es muss einen Automatismus geben, sodass die Bussen automatisch angepasst werden, falls der Zielwert überschritten ist. Das heisst, wenn der Durchschnittswert bei 140 gCO2/km liegen sollte, werden die Bussen erhöht, sodass im darauf folgenden Jahr der Durchschnittswert abnimmt.
2. Es muss verhindert werden, dass umso mehr Zweitwagen verkauft werden. Ganz im Stil: „Wenn Sie diesen Offroader jetzt kaufen, kriegen Sie diesen Smart gratis dazu“. Damit wäre der Mittelwert unter 130 gCO2/km. Dem Klima würde es jedoch nichts nützen.
3. Der Mittelwert muss nach 2015 entsprechend angepasst werden. Die Jungen Grünen fordern, dass ab 2015 der Ziel-Durchschnittswert von 130 gCO2/km um jährlich 3g abnehmen muss. So liegt man bis 2050 einigermassen im Rahmen.
4. Es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund, dass bei all diesen Massnahmen zum Klimaschutz besonders umweltschädliche Fahrzeuge weiterhin zugelassen sein sollen. Deshalb braucht es die Offroader-Initiative. Sie fordert einen Grenzwert von 250 gCO2/km für neuzugelassene Autos. Somit nimmt die Zahl der extrem klimaschädlichen Fahrzeuge ab.
5. Damit die Leute kleinere Fahrzeuge kaufen (und das ist nötig, damit der Verbrauch sinkt) ist es elementar, dass die grössten Fahrzeuge verschwinden. Diese wirken sich auch bedrohlich für die Lenker von kleinen Fahrzeugen aus. Deshalb braucht es auch hier zusätzlich die Offroader-Initiative, die Standards für Partner-Schutz und ein maximales Leergewicht fordert.
Damit wäre die Schweiz auf gutem Weg, was die konkrete Umsetzung von Massnahmen zur Erreichung des 2-Grad-Zieles betrifft.